Jeder von uns, der in der Nähwelt unterwegs ist hat diesen Spruch sicher schon mindestens ein mal gehört: „Gut gebügelt ist halb genäht!“

Und es stimmt ja wirklich: das Bügeleisen ist eines der wichtigsten Werkzeuge beim Nähen –  neben der Nähmaschine natürlich! Heute möchte ich euch aber noch meine liebsten Helfer und Nähutensilien vorstellen, die mir die Umsetzung meiner Nähprojekte erleichtern.

Meine liebsten Nähhelfer und -utensilien | Frau Fadenschein

1. Nähfüßchen für die Nähmaschine

Jede Nähmaschine wird mit verschiedenen Nähfüßchen ausgeliefert. Darunter finden sich meistens ein Universal-, Reißverschluss- und Knopflochfuß, aber oft noch viele weitere. Schaut einfach mal in euer Zubehörkästchen und in die Betriebsanleitung eurer Maschine. Dort sind die Füßchen und ihr Einsatz oft schon einmal sehr gut beschrieben. Nicht verzichten möchte ich auf mein zusätzliches Applizier- und Teflonfüßchen. Das Applizierfüßchen ist aus durchsichtigem Kunststoff und damit hat man einen uneingeschränkten Blick auf das Nähstück, welcher sich gerade beim Applizieren ganz gut macht. Das Teflonfüßchen besteht aus einem speziellen Kunstharz und haftet damit nicht an Stoffen. So ist es besonders gut geeignet beim Nähen von Kunstleder, Wachstuch, Lackmaterialien und Leder.

2. Nähmaschinennadeln

Für jedes Material gibt es spezielle Nähmaschinennadeln. Universalnadeln werden für Baumwollstoffe verwendet, Superstretch-Nadeln für Jersey Ledernadeln für Leder und Microtex-Nadeln für dünne Stoffe wie Chiffon oder Viskose. Außerdem wichtig ist auch die Dicke der Nadel für das Nähprojekt. Ich verwende fast ausschließlich Schmetz-Nadeln. Wenn man sich die Nadeln ansieht, fällt auf, dass sie mit einem Farbcode am oberen Ende versehen sind. Die erste Farbe identifiziert die Anwendung, die zweite die Nadelstärke. So kann man die Nähmaschinennadeln auch noch zuordnen, wenn sie einmal durcheinandergeraten, oder man nicht mehr weiß, welche Nadel in der Maschine eingespannt ist. Eine Übersicht in PDF-Form gibt es direkt bei Schmetz.

3. Rollschneider

Neben der Stoffschere ist der Rollschneider mein liebstes Zuschneidewerkzeug. Gerade bei geraden und eckigen Schnittteilen kann man so in Zusammenarbeit mit dem Patchworklineal und Schneidematte sehr präzise zuschneiden. Beachtet, dass die Klinge des Rollschneiders sehr scharf ist. Er sollte also bei kleinen Kindern und Tieren im Haushalt nie offen herumliegen, sondern immer der integrierte Klingenschutz aktiviert sein.

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4. Patchworklineal

Patchworklineale gibt es in verschiedenen Größen. Für mich hat sich das Lineal mit den Maßen von 60 cm x 15 cm bewährt. Auf dem Lineal ist ein Raster in Zentimeterschritten aufgedruckt sowie auch Winkelangaben für schräge Schnitte. So wird ein präzises Zuschneiden kinderleicht. Damit das Lineal nicht so leicht hin- und herrutscht, gibt es neuerdings bei Snaply Linealstopper. Diese gummierten Klebepunkte werden auf der Unterseite des Lineals aufgebracht und verhindern so ein Verrutschen.

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5. Wondertape oder Stylefix

Dieses dünne, doppelseitige Textilklebeband eignet sich hervorragend zum Fixieren von Reißverschlüssen, bevor diese eingenäht werden. Wichtig ist hier, dass das Klebeband am äußersten Rand des Reißverschlusses angebracht wird, damit ihr später nicht aus Versehen darüber näht. In diesem Fall verklebt die Nadel und das Stichbild wird unsauber bzw. kommt  es zu Aussetzern oder Verheddern des Fadens. Außerdem kann man es noch zum Fixieren von Nähteilen verwenden, die nicht herkömmlich mit Nadeln oder Stoff-Clips befestigt werden können.

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6. Papier zum Übertragen des Schnittmusters

Oftmals müssen aus Schnittmusterbögen die entsprechenden Schnittteile in der richtigen Größe abgepaust werden. Als Alternative zum teuren Seidenpapier bieten sich Backpapier, Transparentpapier auf der Rolle oder transparente Malerplane bzw. Mülltüten an. Ich habe schon alles ausprobiert und bin ein Fan von dem Transparentpapier, welches wirklich sehr günstig und erschwinglich ist.

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7. Handarbeitsschere

Eine Handarbeitsschere gehört in jedes Nähkästchen. Damit können filigrane Formen besonders gut geschnitten werden

8. Nahttrenner

Mit einem Nahttrenner können Nähte besonders schnell wieder aufgetrennt werden und auch Knopflöcher nach dem Nähen aufgeschnitten werden. Trotzdem solltet ihr beim Trennen Acht geben nicht in den Stoff zu schneiden, da die kleine Klinge sehr scharf ist.

9. Fadenschere

Zu beginn war ich ehrlich gesagt etwas skeptisch. Ich schnitt alle Fäden an genähten Stücken mit meiner Handarbeitsschere zurück. Doch nachdem ich der Fadenschere einmal eine Chance gegeben hatte, möchte ich sie nun nicht mehr missen. Er schneidet die Fäden noch präziser und noch näher am Stoff ab. Aber Vorsicht: die Klingen sind sehr scharf!

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10. Stoffschere

Die Stoffschere gehört zur Grundausstattung beim Nähen. Damit sie immer schön scharf bleibt, sollte niemals Papier oder anderes Material damit geschnitten werden.

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11. Stäbchen

Zum Ausformen von Ecken und Rundungen sowie als Wendehilfe eignet sich hervorragend ein Essstäbchen oder eine Stricknadel. Alternativ kannst du auch ein Falzbein verwenden.

12. Maßband

Beim Abnehmen von Körpermaßen zur Ermittlung der richtigen Größe eines Schnittmusters ist ein Maßband sehr hilfreich.

13. Handmaß

Auch ein Handmaß ist beim Messen und nähen sehr hilfreich. Ich nutze es zum übertragen von Markierungen und Abmessen kleinerer Strecken sehr gerne und finde es dafür viel handlicher als ein Maßband.

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14. Vario Zange

Seit dem ich die Vario Zange besitze, bin ich begeistert, wie einfach man doch Ösen oder Druckknöpfe anbringen kann. Bei meiner ersten Öse mit dieser Zange hatte ich ein echtes Aha-Erlebnis. Auf die Zange können verschiedene Aufsätze angebracht werden, die allen Prym Erzeugnissen beiliegen. So kann man problemlos lochen und nieten oder Druckknöpfe und Ösen anbringen.

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15. Kam Snap Zange

Mit der Kam Snap Zange können spielend einfach Kam Snaps, die tollen bunten Plastikdruckknöpfe angebracht werden. Es gibt zwei verschiedene Aufsätze, die für die unterschiedlich großen Druckknöpfe geeignet sind.

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16. Schnittmuster-Beschwerer

Ich geb’s zu, beim Zuschnitt muss es bei mir schnell gehen. Oft habe ich keine Nerven, alle Schnittmusterschablonen fein säuberlich mit Stecknadeln am Stoff zu befestigen. Ich lege die Schablonen einfach auf dem Stoff auf und lege die Gewichte darauf. Die könnt ihr übrigens sehr einfach nach meiner Anleitung hier im Blog selbst herstellen. Wer nicht häkeln kann, kann die Unterlegscheiben auch in Stoffreste einfassen.

→ Hier geht’s zur kostenlosen Anleitung für die Schnittmuster-Beschwerer.

17. Stecknadeln

Manchmal komme auch ich nicht darum herum, Stecknadeln zu verwenden. Gerade bei feinen, flutschigen Stoffen, wie Viskose oder Chiffon, ist es ratsam mit Nadeln zu arbeiten. Diese sollten allerdings sehr scharf sein, da stumpfe Nadeln das Gewebe beschädigen können.

→ Erfahre mehr in meinem Nähratgeber zur Verarbeitung von Viskose.

18. Stoff-Clips

Wenn ich nicht unbedingt auf Nadeln zurückgreifen muss, arbeite ich beim Zusammenstecken von Schnittteilen ausschließlich mit Stoff-Clips. Die kleinen Klammern fixieren Stofflagen besonders stabil und bei Materialien, wie Kunstleder, Wachstuch oder Snap Pap sind sie unerlässlich, da hier Nadeln das Material durchstechen und unschöne Löcher hinterlassen. Außerdem sind sie super, wenn man viel mit der Overlock näht. So können nicht aus Versehen Stecknadeln unter das Messer der Maschine geraten und dieses beschädigen.

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19./20./21. Markieren auf dem Stoff

Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Mit dem Kreiderädchen (19)  lassen sich besonders einfach Markierungen auf dem Stoff übertragen. Die Linie ist sehr fein und lässt sich auch einfach wieder entfernen. Kreidestifte (20) sind ebenfalls eine Möglichkeit für Marierkungen auf Stoff. Sie gibt es in unterschiedlichen Farben, die Markierungen sind Haltbarer als beim Kreiderädchen und sie lassen sich mit Wasser wieder entfernen. Der wasserlösliche Markierstift (21) ist oftmals mein Favorit. Es ist ein Filzstift, der sich auswaschen lässt oder beim Bedampfen mit dem Bügeleisen wieder verschwindet. Welche Variante man verwendet, hängt oft auch vom Material und Einsatzzweck ab. Hier gilt probieren geht über studieren.

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→ Wasserlöslicher Markierstift bei Amazon*

22. Masking Tape

Masking Tape ist auch beim Nähen vielseitig einsetzbar. Wenn man kein Teflonfüßchen hat kann man unter den Universalfuß einfach Masking Tape kleben und schon gleitet das Füßchen besser über Kunstleder und Co. Ich benutze es gern auch als Fixierhilfe oder Abstantshalter beim Nähen von Säumen. Dafür messe ich mit die Saumbreite von der Nadel der Nähmaschine ab und klebe es als Führungslinie auf den Nähtisch der Maschine auf.

23. Dampfbügeleisen- oder Station

Ein Dampfbügeleisen ist, wie eingangs ja schon erwähnt, eines der wichtigsten Werkzeuge beim Nähen. Seit einem Jahr besitze ich nun eine Dampfbügel-Station und möchte sie nicht mehr missen. Sie hat eindeutig mehr Power als ein normales Dampfbügeleisen und dank des großen Wassertanks kommt man richtig lange mit einer Füllung hin. Damit bekommt ihr wirklich jede Falte aus eurem Stoff raus! Die Investition scheint auf den ersten Blick recht groß, aber langfristig gesehen habt ihr wirklich sehr viel und sehr lange etwas davon.

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24. Mini-Bügeleisen

Auf den ersten Blick ist so ein Mini-Bügeleisen vielleicht nicht zwingend notwendig. Andererseits ist es wirklich ein geschicktes kleines Nähhelferlein. Wenn ich Bügelbrett und Dampfbügelstation nicht erst aufbauen möchte, weil ich beim Nähen wirklich nur eine Kleinigkeit bügeln möchte, greife ich gern darauf zurück. Dank einer Bügelunterlage kann man damit auch direkt auf dem Nähtisch bügeln. Außerdem eignet es sich dank der Größe auch sehr gut als Reisebügeleisen.

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25. Schneidematte

Neben Rollschneider und Patchworklinieal sollte man sich unbedingt eine Schneidematte anschaffen. Bitte achtet darauf, dass ihr eine Schneidematte direkt für einen Rollschneider kauft und keine Schneidematte für Bastelbedarf. Die Schneidematten für Rollschneider sind viel dünner und damit schneidet ihr nicht so tief in die Matte ein. So hält die Klinge eures Rollschneiders auch länger. Auf den gängigen Schneidematten ist auch oft ein Raster aufgedruckt: auf der einen Seite in Zentimeterangaben, auf der anderen Seite in Inches, der amerikanischen Maßeinheit. Das macht sich besonders gut, wenn du viel in der Patchworktechnik arbeitest, da viele Anleitungen aus dem Amerikanischen kommen und die Maße damit in Inch angegeben werden.

Schneidematten gibt es in unterschliedlichen Größen. Ich empfehle eine Größe von mindestens 60 cm x 45 cm zu wählen.

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Welche Nähhelfer sind denn eure liebsten und worauf könnt ihr beim Nähen nicht verzichten?

Ich freue mich auf euren Input!

Eure Claudia

 

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